Neue Wege für Praktikerinnen und Praktiker in das Arbeitsfeld der Basisbildung

Die Initiative Erwachsenenbildung (IEB) fördert mit dem Programmbereich Basisbildung bereits seit 2012 bildungsbenachteiligte und formal gering qualifizierte Jugendliche und Erwachsene in Österreich.1 Basisbildungsangebote unterstützen Menschen beim Erwerb grundlegender Kompetenzen, um ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu vergrößern. Basisbildung wirkt 2 und qualitätsfördende Prozesse werden durch Bund und Länder auf unterschiedlichen Systemebenen (Praxis, Wissenschaft und Bildungspolitik) vorangetrieben – die zeitnah erscheinende überarbeite Version des „Curriculum Basisbildung in der Initiative Erwachsenenbildung“ (Ersterscheinung 2019) ist ein gutes Beispiel hierfür.

Doch nicht nur curricular hat sich einiges getan. Seit dem 01.04.2022 gibt es ein von der Weiter bildungsakademie (wba) und Expertinnen und Experten der Basisbildung entwickeltes Qualifikationsprofil für Basisbildnerinnen und Basisbildner.3 Mit dem Qualifikationsprofil liegt nun erstmals ein Anforderungskatalog vor, welcher die berufsfeldspezifischen Kompetenzen von Basisbildnerinnen und Basisbildner transparent und lernergebnisorientiert abbildet. Damit erfüllt das Qualifikationsprofil zwei wichtige Funktionen:

Es fungiert als Basis für die Konzeption von Ausbildungslehrgängen im Bereich der IEB-geförderten Basisbildungslandschaft. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten des Feldes den neuen Ausbildungslehrgang Basisbildnerin / Basisbildner entwickelt.4 Im Umfang von 500 Unterrichtseinheiten werden grundlegende didaktische Kompetenzen sowie fachdidaktische Kompetenzen in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Digitalisierung vermittelt.

Es bildet die Grundlage für ein neues Anerkennungsverfahren durch die wba. 5 Als Zusatzmodul ermöglicht es wba-zertifizierten Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildnern – sofern diese im Rahmen der Zertifizierungswerkstatt (ZWS) den Bereich „Lehren/Gruppenleitung/Training“ gewählt haben – einen weiteren Zugang zum Praxisfeld Basisbildung. Durch Nachweis praxisrelevanter Kompetenzen (Fachdidaktik und -kompetenz) sowie Ablegung eines Multiple-Choice-Tests zu basisbildungsspezifischen Fragestellungen können Interessierte rasch und unkompliziert das Zusatz-Zertifikat „Zertifizierte/r Basisbildner/in“ erlangen. Personen, die bei der ZWS einen anderen Bereich gewählt haben (z.B. „Beratung“), können den Bereich „Lehren/Gruppenleitung/Training“ im Rahmen einer „verschlankten“ Kurz-Zertifizierungswerkstatt abdecken.

Mit dem Ausbildungslehrgang am bifeb und den Validierungsverfahren der wba manifestieren sich zwei neue ‚Einflugschneisen‘ für Praktikerinnen und Praktiker in das Arbeitsfeld Basisbildung, womit insbesondere auch dem steigenden Bedarf an qualifiziertem Personal Rechnung getragen wird. Das „Quartett“ an Maßnahmen und Initiativen – überarbeitetes Curriculum, Qualifikationsprofil, neues Validierungsverfahren und Ausbildungslehrgang – unterstreicht die Relevanz und den Stellenwert der Basisbildung in der österreichischen Erwachsenenbildung.

 

1 Programmplanungsdokument Initiative Erwachsenenbildung, S.7; https://www.initiative-erwachsenenbildung.at/ fileadmin/docs/PPD_2018-2021_Version_Mai_2019.pdf (Zugriff: 18.05.2022)
2 Evaluation der Initiative Erwachsenenbildung; S.87f; https://www.initiative-erwachsenenbildung.at/fileadmin/docs/ Endbericht_Evaluierung_IEB_IHS_lekt.pdf (Zugriff 18.05.2022)
3 Qualifikationsprofil Basisbildner/in; https://www.initiative-erwachsenenbildung.at/fileadmin/docs/Qualifikationspro- fil_Basisbildner-in.pdf (Zugriff 18.05.2022).
4 https://www.bifeb.at/bildungszentrum/programmbereiche/ausbildungslehrgang-basisbildner-in (Zugriff 18.05.2022).
5 https://wba.or.at/de/was-wir-tun/ablauf-basisbildung.php (Zugriff 19.05.2022)