Die Werkstätte Gemeinwesenarbeit (GWA) am bifeb 

Seit 40 Jahren Kompetenzzentrum der Gemeinwesenarbeit

Der Ring Österreichischer Bildungswerke brachte ihr damaliges Reformprojekt der gemeindebezogenen Erwachsenenbildung (EB) am bifeb ein. 1979 startete ein Team aus Vertreter_innen des bifeb (u.a. August Pöhn) und des Rings (u.a. Hannelore Blaschek) die Werkstätte Gemeinwesenarbeit (GWA). Dieses Team erweiterte sich bald um Aktivist_innen aus der Gemeinde- und Regionalentwicklung (u.a. Anton Rohrmoser), in der Folge um weitere Vertreter_innen aus EB-Organisationen und der Sozialen Arbeit.

Ab 1979 etablierte sich die GWA in jährlichen Tagungen mit über 200 Projekten als Impulsgeberin des bildungs-, sozial- und kulturpolitischen Handelns in der gesellschaftskritischen EB-Praxis. So war die GWA in der EB etwa Pionierin bei der Einführung aktivierender Methoden wie Zukunftswerkstätten. In der Folge setzten sich Prinzipien und Methoden der GWA in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Programmen und Projekten, zum Beispiel in Form von Bürger_innenbeteiligung, Raumplanung, Integrationsmaßnahmen, durch.

Tagung Gemeinwesenarbeit 2021

Mit und nach der Corona-Krise:
Transformation der Gemeinwesenorientierung in Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit?

20. September 2021 - 22. September 2021

Die Leitfragen der Tagung 

  • Welche Erfahrungen haben wir mit Gemeinwesenorientierung in der Pandemie gemacht und welche Herausforderungen stellen sich?
  • Befinden wir uns beim „Neustart“ und der „Rekonstruktion“ von gemeinwesenorientierter Bildungs- und Kulturarbeit – mit und nach der Pandemie – auch mitten in einer Transformation der Gemeinwesenorientierung?
  • Was bedeuten die politischen und ökonomischen Verwerfungen, die sozialen und psychischen Auswirkungen der Corona-Krise für die Gemeinwesenarbeit?

Gemeinwesenarbeit, wichtiger denn je 

Die GWA versteht sich als freie Arbeit am Gemeinwesen, auch im Verständnis einer „befreienden Praxis“ im Sinne Paolo Freires. Hauptziel ist dabei, Probleme von Bürger_innen oder Minderheiten in Gemeinden oder Stadtteilen als gesellschaftliche Probleme zu erkennen, zu analysieren und zu lösen. Handlungsanleitend sind hierfür Bildung im Gemeinwesen sowie solidarische und demokratische Grundwerte.
Allerdings gilt es zu bedenken, dass Gemeinwesenarbeit ebenso wie Gemeinwesen, Zivilgesellschaft usw. nicht per se kritisch, gut, fortschrittlich und nachahmenswert ist (Dieter Oelschlägel; Sabine Stövesand). Gemeinwesenarbeit ist mitunter auch anfällig, sich durch dritte Parteien vereinnahmen zu lassen. Daher sind kritische Bildung und gesellschaftspolitische Reflexion in der gemeinwesenorientierten Erwachsenenbildung zentral.

2021 konstituierte sich die GWA-Steuerungsgruppe neu und besteht heute aus acht Vertreter_innen von Organisationen der Erwachsenenbildung und einem Vertreter der Sozialen Arbeit: 

  • Wolfgang Kellner (Ring Österreichischer Bildungswerke)
  • Stefan Vater (Verband Österreichischer Volkshochschulen)
  • Gerda Daniel (Arge-Region Kultur)
  • Rahel Baumgartner (Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung)
  • Christoph Stoik (FH Campus Wien, Soziale Arbeit)
  • Simon Andreas Güntner (TU Wien, Raumsoziologie)
  • Cornelia Primschitz (bifeb)

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