bundesinstitut für erwachsenenbildung (bifeb)

... und raus bist DU?! - Dokumentation

Was hält die Welt, was hält eine Demokratie im Innersten zusammen? Wo steht die Erwachsenenbildung zwischen Solidarität und Ausgrenzung, zwischen Emanzipation und Anpassung?

Bei der Tagung "... und raus bist DU!? Solidarität in der Erwachsenenbildung", von 21. - 22. März 2017 beschäftigten uns unter anderem diese Fragen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz begaben wir uns in Vorträgen, Workshops und in einer Podiumsdiskussion auf Orientierungssuche in Wissenschaft und Praxis, klärten und stärkten, verunsicherten und machten neugierig. Wir entwickelten Mitgestaltungselemente für Veränderungsprozesse und traten in gemeinsamen Austausch.

Referentinnen und Referenten Eva Borst, Maren Beaufort, Rudolf Egger, Dirk Eilers, Mario Friedwagner, Gabriele Huterer, Gergana Mineva, Rubia Salgado, Jessica Schnelle, Josef Seethaler, Sepp Wall-Strasser, Michael Wrentschur

 

Filmkastl "Solidarität in der Erwachsenenbildung"

Was bedeutet für dich Solidarität? Was beschäftigt dich? Was treibt dich um?

Vortrag Eva Borst: Solidarität oder Konkurrenz? Zur Bedeutung einer kritischen Erwachsenbildung in unsicheren Zeiten

Eine bemerkenswerte Konstante der letzten Jahre ist die Verdrängung der Vokabel „Solidarität“ aus der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei hält praktisch gewordene Solidarität auf vielfältige Weise eine Demokratie im Innern zusammen. Wenn nun aber Konkurrenz zum Orientierungsrahmen des Handelns wird, dann wird es zunehmend schwieriger, über Solidarität zu sprechen. Das Bildungssystem selbst ist integraler Bestandteil dieser Wahrnehmungsverschiebung. Besonders die Erwachsenenbildung hätte angesichts dessen die Aufgabe, sich selbstkritisch mit der Demontage eines ursprünglich positiv konnotierten Begriffs zu befassen, will sie nicht ihren aufklärerisch-emanzipativen Bildungsanspruch verlieren und auf demokratische Grundstrukturen verzichten.

Rudolf Egger: Solidarität und Bildung zwischen Resonanzorientierung und Dienstleistungsmentalität

Die Zeitdiagnose scheint erdrückend zu sein: Der Mangel an Engagement, gesellschaftlicher Solidarität, der Rückzug ins Private, der übersteigerte Konsumismus, der Karrierismus, die Erosion der Familie usw. Wodurch wird unsere  „Gesellschaft da noch zusammengehalten? Wesentlich scheinen mir hier die Suche nach gemeinsamen Interpretationen der Wirklichkeit, den sich daraus ergebenden Hoffnungen und das Spüren von Resonanz. Wo verspüren wir heute noch positive Resonanzverhältnisse die es ermöglichen, Geschichten über „uns“ zu erzählen?  In meinem Beitrag wird es darum gehen zu bestimmen, welcher Bedingungen es bedarf, damit Menschen sich selbst und ihren Mitmenschen eine Geschichte des  sozialen Miteinanders erzählen können. 

Podiumsdiskussion: Von spontaner Solidarität zu nachhaltigen Strukturen?

Mario Friedwagner (Freies Radio Salzkammergut), Gabriele Huterer (Verein Vamos), Rubia Salgado (das kollektiv), Jessica Schnelle (Generationen Akademie), Sepp Wall-Strasser (Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung)

  

Fotos: Karin Bonvecchio, karbon fotografie http://www.karbon-fotografie.at/

Videos: MultiAuge, dorf.tv https://dorftv.at/channel/multiauge