Programm "... und raus bist DU!? Solidarität in der EB"

Dienstag, 21. März 2017

12:30     Mittagessen
bis 14:00 Eintreffen, Registrierung
14:00     Eröffnung    
Christian Kloyber, bifeb und Robert Kramreither, BMB
14:30    Vortrag & Diskussion: Solidarität oder Konkurrenz? Zur Bedeutung einer kritischen Erwachsenbildung in unsicheren Zeiten, Eva Borst
16:00Vortrag & Diskussion: Solidarität und Bildung zwischen Resonanzorientierung und Dienstleistungsmentalität, Rudolf Egger
17:00Solidarität greifbar machen: Perspektiven austauschen und Bedeutungen gestalten
18:00Abendessen
20:00klangvolles Abendprogramm und Aus-Klang mit Wein, Wasser, …

 
Mittwoch, 22. März 2017

9:00Erste Rück- und Ausblicke: Prozesse aktiv mitgestalten
9:30Workshop 1: Digitale Solidarität und Partizipation, Josef Seethaler & Maren Beaufort
Workshop 2: Partizipative Theaterarbeit als Raum solidarischer Erfahrung und politischer Bildung, Michael Wrentschur
Workshop 3: „Solidarität muss praktisch werden“: „Verbündet sein“ aus der Social Justice und Diversity Perspektive, Dirk Eilers
Workshop 4: Reflexionsräume schaffen – Vernetzung fördern – Generationensolidarität stärken, Jessica Schnelle
Workshop 5: Verschränkungen von Solidarität und pädagogischer Reflexivität in der Migrationsgesellschaft, Rubia Salgado und Gergana Mineva
12:00Gemeinsamer Austausch
12:30   Mittagessen
14:00Podiumsdiskussion: Von spontaner Solidarität zu nachhaltigen Strukturen?
Mario Friedwagner (Freies Radio Salzkammergut), Gabriele Huterer (Verein Vamos), Rubia Salgado (das kollektiv), Jessica Schnelle (Generationen Akademie), Sepp Wall-Strasser (Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung)
15:30 Rückblicke und Ausblicke
16:00 Ende

Abstracts

Solidarität oder Konkurrenz? Zur Bedeutung einer kritischen Erwachsenbildung in unsicheren Zeiten

Eva Borst

Eine bemerkenswerte Konstante der letzten Jahre ist die Verdrängung der Vokabel „Solidarität“ aus der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei hält praktisch gewordene Solidarität auf vielfältige Weise eine Demokratie im Innern zusammen. Wenn nun aber Konkurrenz zum Orientierungsrahmen des Handelns wird, dann wird es zunehmend schwieriger, über Solidarität zu sprechen. Das Bildungssystem selbst ist integraler Bestandteil dieser Wahrnehmungsverschiebung. Besonders die Erwachsenenbildung hätte angesichts dessen die Aufgabe, sich selbstkritisch mit der Demontage eines ursprünglich positiv konnotierten Begriffs zu befassen, will sie nicht ihren aufklärerisch-emanzipativen Bildungsanspruch verlieren und auf demokratische Grundstrukturen verzichten.

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Solidarität und Bildung zwischen Resonanzorientierung und Dienstleistungsmentalität

Rudolf Egger

Die Zeitdiagnose scheint erdrückend zu sein: Der Mangel an Engagement, gesellschaftlicher Solidarität, der Rückzug ins Private, der übersteigerte Konsumismus, der Karrierismus, die Erosion der Familie usw. Wodurch wird unsere  „Gesellschaft da noch zusammengehalten? Wesentlich scheinen mir hier die Suche nach gemeinsamen Interpretationen der Wirklichkeit, den sich daraus ergebenden Hoffnungen und das Spüren von Resonanz. Wo verspüren wir heute noch positive Resonanzverhältnisse die es ermöglichen, Geschichten über „uns“ zu erzählen?  In meinem Beitrag wird es darum gehen zu bestimmen, welcher Bedingungen es bedarf, damit Menschen sich selbst und ihren Mitmenschen eine Geschichte des  sozialen Miteinanders erzählen können. 

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Workshop 1: Digitale Solidarität und Partizipation

Josef Seethaler & Maren Beaufort

Im Schulunterricht lernen zu viele Kinder viel zu früh, Mitschüler_innen als Konkurrenz zu empfinden.
Außerhalb der Schule erleben Jugendliche eine Pluralisierung und Individualisierung der Lebensbe-dingungen und Freizeitwelten. Kaum erwachsen geworden, empfinden immer mehr Menschen Politik als abgehoben, dem alltäglichen Leben entrückt – das Wort von der Politikverdrossenheit macht die Runde. Wozu noch Solidarität?
Im Workshop geht es daher darum,

  • wie Solidarität in einer wettbewerbsorientierten, individualisierten und scheinbar politikfernen Gesellschaft definiert werden muss,
  • welche Voraussetzungen dafür gelten und beachtet werden müssen, damit digitale Solidarität erfolgreich realisiert werden kann,
  • und worin das Potenzial digitaler Medien, insbesondere sozialer Online-Netzwerke für diese Realisierung liegt.

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Workshop 2: Partizipative Theaterarbeit als Raum solidarischer Erfahrung und politischer Bildung

Michael Wrentschur

Partizipative Theaterarbeit in der Tradition des „Theaters der Unterdrückten“ macht Solidarität und kollektives Handeln auf vielfältige Weise erfahrbar und eröffnet Räume für politische Bildung und Beteiligung, experimentelles Handeln und die Entwicklung von Veränderungsideen. Im Workshop werden Konzeptionen, Methoden und Vorgangsweisen kurz vorgestellt. Unter Anwendung von partizipativen Theaterwerkzeugen wird gemeinsam untersucht, wie Prozesse von (Ent-)Solida-risierung in der Erwachsenenbildung aktuell erlebt und erfahren werden, welche Spannungsfelder damit verbunden werden und welche Bilder und Vorstellungen von Solidarität als wünschenswert erscheinen. Dafür sind keine Theater-Vorkenntnisse nötig!

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Workshop 3: „Solidarität muss praktisch werden“: „Verbündet sein“ aus der Social Justice und Diversity Perspektive

Dirk Eilers

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit dem Thema Solidarität/Verbündet Sein aus der Social Justice und Diversity Perspektive (www.socialjustice.eu). Verbündet sein bedeutet unter anderem eigene Privilegierungen zu reflektieren um sie dann für mehr Anerkennungs- und Verteilungsgerechtigkeit im Sinne des Social Justice einzusetzen. Wir werden uns selbstreflexiv Fragen der eigenen De-/Privilegierung nähern und anhand von konkreten Beispielen Möglichkeiten und Grenzen gemeinsam ausloten.

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Workshop 4: Reflexionsräume schaffen – Vernetzung fördern – Generationensolidarität stärken

Jessica Schnelle

Begegnung, Austausch und Reflexionsräume sind zentral für die gelebte Solidarität zwischen den Generationen. Mit den sozialen Projekten des Migros-Kulturprozent fördern wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ermöglichen Bildung ausserhalb traditioneller Bildungsstätten. Die „GrossmütterRevolution“ schafft Plattformen und fördert die Vernetzung von Frauen, „Innovage“ vereint in gemeinnützigen Projekten engagierte Menschen des dritten Lebensalters, und die „Generationenakademie“ schafft Reflexionsräume, um generationenverbindende Projekte für die eigene Gemeinde oder Quartier zu entwickeln. Im Workshop gibt Jessica Schnelle Inputs zu Generationenprojekten in der Schweiz und reflektiert gemeinsam mit den Teilnehmenden den Zusammenhang von Bildung (im weiten Sinn) und Generationensolidarität.

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Workshop 5: Verschränkungen von Solidarität und pädagogischer Reflexivität in der Migrationsgesellschaft

Rubia Salgado und Gergana Mineva

Abstract folgt

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