Programm "Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung 2018"

Donnerstag, 26. April 2018

Beginn: 11:00

Freitag, 27. April 2018


Ende: 13:30 Uhr

Abstracts

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Keynote 1 Susanne Maria Weber - „Vergessene Kontexte? – Organisation als Bezugspunkt von Beratung“

Susanne Maria Weber

Wir als Professionelle sehen uns, unsere Expertise und unser professionelles ´Handwerkszeug´ oftmals selbst als Quelle und Bezugspunkt der beraterischen Professionalität. Wenn wir einmal genauer hinschauen, lassen sich ganz überraschend und wie scheinbar von Geisterhand gezaubert jedoch Muster erkennen, die die Organisation als wichtigen und oft vermeintlich vergessenen Bezugspunkt von Beratung in den Blick bringt.

Was wissen wir selbst von der Art und Weise, wie uns unsere Organisationen als Beratungskontexte orientieren, rahmen,  inspirieren, aber auch begrenzen in unseren Beratungsperspektiven und Bera-tungsstrategien? Welche unterschiedlichen Muster lassen sich erkennen, wie Organisationswelten ganz unterschiedliche Beratungshaltungen, Beratungsorientierungen, Beratungswissen und Beratungsmethodiken nahelegen?

Solche unterschiedlichen Praxismuster werden anhand eines exemplarischen Beratungsfeldes vorge-stellt und plastisch anhand von O-Tönen nachvollziehbar gemacht. Was oft verdeckt bleibt, wird anhand der Vogelperspektive offenbar und der Blick auf das Feld der Beratung möglich.

Diese Erkenntnis führt uns dann zum Ansatz der habitusreflexiven Beratung. Dieser Ansatz hilft, den eigenen professionellen und institutionellen Orientierungsmustern, die oft verdeckt und vergessen bleiben, auf die Spur zu kommen: Diese Perspektive ermöglicht uns, genauer hinzuschauen, wie wir Vorannahmen bilden, Meinungen entwickeln, beraterische Interventionen realisieren, und zu erkennen, was uns dabei leitet.

Sie trägt also dazu bei, der Frage näher zu kommen, was unser Handeln leitet, und zugleich auch Denkräume zu öffnen und Zukunft offener zu ermöglichen, als wir das sonst oftmals tun können oder zu können glauben.


Keynote 2 Peter Weber - „Wechselspiele, Wirkräume: Co-konstruieren und kontextualisieren in der Beratung“

Peter Weber

Wer Beratung aufsucht erhofft sich eine Problembearbeitung, gar eine Problemlösung oder zumindest eine Erleichterung oder die Klärung einer drängenden Frage. Was jedoch dann in der Beratung tatsächlich angesprochen und bearbeitet wird, hängt in starkem Maße davon ab, ob und wie die Beraterin oder der Berater die zugrundeliegende Fragestellung gemeinsam mit der/dem Ratsuchenden herausarbeitet und  interpretiert und wie eine Kontextualisierung des Problems oder der Frage gelingt.

Der Vortrag beschreibt die Anliegenklärung als die zentrale Weichenstellung im Beratungsverlauf und entwickelt Überlegungen zu angemessenen Kontextualisierungen von Anliegen in der arbeitsweltlichen Beratung. Mit dem systemischen Kontextmodell (Schiersmann/Weber 2013) liegt dafür eine Heuristik vor, die sowohl für die Beratung als auch für das Nachdenken über Beratung wichtige Anschlüsse bietet und Beratung als mehrfach-kontextualisiert beschreibt: Durch die Person des/der Ratsuchenden, die Person des Beraters/der Beraterin, durch das Beratungssystems sowie durch die Einbettung des Ratsuchenden in seine direkte Umwelt, durch die Einbettung der Beratung in einen organisationalen Rahmen und durch die Einbettung dieser Systeme in größere gesellschaftliche Diskurse und Rahmenbedingungen.

Der Vortrag bleibt dabei nicht auf einer abstrakt-konzeptionellen Ebene stehen, sondern versucht, durch Fallkonstruktionen und die Einbindung der Erfahrung der Teilnehmenden eine praxis- und erlebnisnahe Ausrichtung.

Circlesong - Abendprogramm mit Robert Pakleppa

Robert Pakleppa

„Singen ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“  (Sir Yehudi Menuhin).

Den Reichtum dieser Muttersprache wiederzuentdecken lädt der Circlesong ein. Er richtet sich gleichermaßen an Menschen, für die das Singen über längere Zeit verschüttet war und in deren Selbstbild der Satz „ich kann nicht singen“ verankert ist, wie an geübtere Freizeit- und erfahrene Profi-Sängerinnen und -Sänger, die in der natürlich Freiheit von Intuition und Improvisation das Singen und den eigenen Stimmreichtum entfalten wollen.

Der Circlesong ist Singerlebnis und Kunstform gleichermaßen. Dabei führt das Singen im „Circle“ – im Kreis – mit viel Spaß und Energie in die differenzierte Wahrnehmung von Klang, Rhythmus, Melodie und Harmonie.

Zudem ist das intuitive Erleben von Musik jenseits von „begabt“ und „unbegabt“ eine Metapher für das Erfahren des Wechselspiels von Individualität und Gruppe. So lädt das gemeinsame Singerlebnis des Circlesong in ein altes, transkulturelles Gemeinschaftserlebnis ein, und zwar in einer ungewohnt leichten Form. Für all das braucht es keine besondere Vorerfahrung, kein „Können“ – nur den Spaß am Tun und ein Sich-Einlassen.

Wir werden ein paar erste Schritte in diese Welt der intuitiven Musik miteinander unter-nehmen und dabei wie von selbst mit jedem Atemzug unserer Intuition auf der Spur sein.

Text Ronald Sultana „Laufbahnberatung und der Gesellschaftsvertrag in einer flüchtigen Welt“