Mit dem Anti-Bias-Ansatz vorurteilsbewusste Veränderungen beginnen

Eine Fortbildung, die für verschiedene Formen von Diskriminierung sensibilisiert und hilft, diesen mit Handlungsstrategien aktiv entgegenzuwirken.

Zentrale Informationen auf einem Blick

Die dreiteilige Fortbildung bietet einen fundierten Einblick in die Anti-Bias-Arbeit und trägt zur Klärung gesellschaftlicher Positionierungen bei. In den drei Modulen entwickeln wir Kompetenzen für diversitätsbewusste und diskriminierungskritische Handlungsstrategien. Dabei gilt es, die oftmals unbewussten und sich gegenseitig bedingenden Voreingenommenheiten aufzuspüren – und zwar bei uns selbst, in der Gesellschaft und in unserem Umfeld. Die Fortbildung ermöglicht den Transfer in den eigenen (Arbeits-)Alltag und schafft Handlungssicherheit für die eigenen Arbeits- und Lebenssituationen.

Wir möchten auf der Basis erfahrungs- und prozessorientierter Methoden für verschiedene Formen von Diskriminierung sensibilisieren und beginnen, diese aktiv abzubauen. Denn Ungleich-Behandlungen, z.B. in Bezug auf Geschlecht, sozio-ökonomische Herkunft, körperliche Fähigkeiten oder Alter, sollten im (erwachsenenpädagogischen) Handeln berücksichtigt sein.

 

  • Referent_in: Referent_innen-Team
  • Koordination: Theresa Kaar (bifeb)
  • Veranstalter: bifeb
  • Kursumfang: 72 UE (54 UE Online-Präsenz und 18 UE Fernstudium)
  • ETCS: 5 (wba)
  • Teilnahmegebühr: 240,-
  • PRÄSENZ

Mit dem Anti-Bias-Ansatz vorurteilsbewusste Veränderungen beginnen

Dauer: 28.03.2022 bis 01.07.2022 Anmeldung bis: 25.02.2022 Referent_in: Cvetka Bovha, Žaklina Mamutovič

Termine & Arbeitszeiten
Modul 1: 28. - 30. März 2022
Modul 2: 09. - 11. Mai 2022
Modul 3: 29. Juni - 01. Juli 2022
1. Tag: 13:30 - 18:00; 2. Tag: 9:00 - 12:30, 14:00 - 18:30; 3. Tag: 9:00 - 12:30

Kontakt Karin Buchinger, Tel. +43 6137 6621 - 501, karin.buchinger@bifeb.at

Sollte eine Präsenz-Abhaltung pandemiebedingt nicht möglich sein, findet das Seminar online statt. Wir informieren Sie im Vorfeld über die aktuellen Bedingungen.

Teilnahmegebühr
€ 240,00 exkl. Aufenthalt

Inhalte & Methode

Ziel ist es, gemeinsam alternative Handlungsansätze für die eigene Praxis zu entwickeln und damit erste Schritte zu einer Veränderung der Verhältnisse zu gehen. Das erweiterte Wissen unterstützt bei der Schaffung inklusiver Settings und der erworbene Perspektivenwechsel erweitert die Handlungsoptionen in konflikthaften Situationen.

Modul 1: Einstieg, Austausch und Sensibilisierung   

  • Einführung in das Themenfeld: Was ist der Anti-Bias-Ansatz?
  • Eigener Bezug zu Diskriminierung
  • Vorurteile hinterfragen
  • Kennenlernen und Erleben von Diversität
  • Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen

Modul 2: Wissens-Erweiterung und Wahrnehmungs-Schärfung  

  • Funktionen und Mechanismen von Vorurteilen und Diskriminierung
  • Wissen um Ungleichverhältnisse erweitern
  • Wahrnehmung für Schieflagen schärfen und vertiefen
  • verinnerlichte Dominanz und verinnerlichte Unterdrückung kennenlernen und Alternativen finden
  • Eigene Position in gesellschaftlichen Machtverhältnissen reflektieren

Modul 3: Praxisreflexion und Veränderung   

  • Vorurteilbewusste Bildungsarbeit: Diskussion und Beispiele
  • Beschäftigung mit Privilegien und struktureller Ungleichheit
  • Erweiterung der eigenen Handlungsfähigkeit
  • Ausprobieren verschiedener Handlungsstrategien
  • Planung der eigenen Anti-Bias-Praxis 

Wir arbeiten praxis- und prozessorientiert an persönlichen Erfahrungen und Beispielen der Anwesenden. Denn nur durch die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte und Identität lassen sich gesellschaftliche Prozesse und Machtstrukturen verstehen und benennen. Durch praktische Übungen wird die Möglichkeit gegeben, die eigenen Privilegien und Benachteiligungen bewusst zu machen und zu hinterfragen. Selbstreflexion, Inputs und Gruppenarbeits-Plenumsphasen unterstützen diesen Prozess. Ausgehend vom geschärften Blick dafür laden wir die Teilnehmenden ein, gemeinsam Chancen zur Überwindung von Trennung und Spaltung zu ergründen und im Rahmen des eigenen Alltags umzusetzen.

 

Wer wir sind...

Wir sind ein Zusammenschluss freier Multiplikatorinnen, Beraterinnen und Fortbildnerinnen. Seit 2002 arbeiten wir in sehr vielen, sehr unterschiedlichen Bereichen mit dem Anti-Bias-Ansatz, einem Ansatz zur vorurteilsbewussten Bildung. Homepage: https://www.anti-bias-netz.org/

 

Das Referent_innen-Team

Zentrale Elemente der Fortbildung

Einander begegnen und ins Gespräch kommen
Wie erlebe/erlebte ich Diskriminierung? Welche Gefühle sind damit verbunden? Welche persönlichen Strategien habe ich im Umgang mit Diskriminierung entwickelt? Wie hängen Vorurteile und Diskriminierung zusammen?

Wahrnehmung für Schieflagen schärfen
Gerade, weil vieles »normal« und unumgänglich erscheint, ist es notwendig, den Blick für eigene Privilegien zu schärfen. Dabei werden wir uns vertiefend mit strukturellen Ungleichheiten, der Verbindung von persönlicher/struktureller Unterdrückung und mit verschiedenen Diskriminierungsformen auseinandersetzen.

Mit Veränderung beginnen
Wo können wir uns einmischen und mit einer intersektionalen Perspektive Veränderungen bewirken? Wo können wir in unseren Einflussbereichen mehr Verantwortung übernehmen und die Art der eigenen Machtausübung hinterfragen? Wie können wir gemeinsam Bündnisarbeit initiieren?

Die eigene Praxis reflektieren
Reflexion der Rahmenbedingungen unserer Arbeit/Alltagspraxis: Was bedeutet der Anti-Bias-Ansatz für unseren Blick auf strukturelle Zusammenhänge? In welche Richtung möchten wir etwas verändern? Welche Erfolge, welche Herausforderungen und Stolpersteine haben wir in unserer Arbeit?

 

Was ist Anti-Bias?

Das englische Wort „Bias“ bedeutet übersetzt „Voreingenommenheit“ oder auch „Einseitigkeit“. Der Anti-Bias-Ansatz entstand in den USA und in Südafrika und wurde/wird in verschiedenen Kontexten weiterentwickelt. Er zielt auf eine intensive erfahrungsorientierte Auseinandersetzung mit Macht und Diskriminierung sowie das Erkennen von unterdrückenden und diskriminierenden Interaktionsformen.

Der Ansatz geht davon aus, dass wir Vorurteile erlernen, weil sie integraler Bestand von gesellschaftlichen Ideologien sind. Es ist ein intersektionaler Ansatz, der die verschiedenen Formen von Diskriminierung als Ausdruck gesellschaftlich ungleicher Positionen und Machtverhältnisse und ihre vielschichtigen gegenseitigen Verstrickungen in den Blick nimmt.

Mit machtkritischem Blick können Dominanzstrukturen aufgedeckt und hinterfragt werden, die eigene Position reflektiert und neue Verhaltensweisen erlernt werden. Dabei spielen Inhalte wie Zugehörigkeiten, und Ungleichgewicht an Macht-Teilhabe und Teilnahme eine wichtige Rolle, denn sie haben u.a. Einfluss auf Bildungsprozesse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

 

bifeb -  der Lernort am See 

Unsere Teilnehmenden finden am bifeb einen Lernort in atemberaubender Naturkulisse am Wolfgangsee. Die größte fachspezifische Bibliothek im Bereich der Erwachsenenbildung in Österreich fördert die entsprechende intellektuelle und wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Aktuelle Angebote Zimmer und Preise Essen und Trinken Freizeitangebote

wba-Anerkennung: Das Bildungsangebot ist bei der Weiterbildungsakademie mit 5 ECTS akkreditiert.

wba-Zertifikat

  • Gesellschaft und Bildung 0.5 ECTS
  • Personale Kompetenz 2.0 ECTS

Diplomübergreifend Bildungstheoretische

  • Kompetenz 2.0 ECTS
  • Personale Kompetenz 0.5 ECTS