Gegen den Strich. Solidarität in der Erwachsenenbildung

Tagung / eb Gesellschaft
Termin: 29. Mai 2018 14:00 - 30. Mai 2018 16:15


Warum bin ich eigentlich mit wem, wie, wann und wo solidarisch? (Wie) Ist Solidarität trotz und wegen Differenz möglich? Wie ist unser Denken und Handeln in globale Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingewoben? Inwiefern ist und soll Solidarität eine Praxis der Kritik sein?

Solidarisches Verhalten der Gesellschaft fordert eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, um nicht nur passive Toleranz, sondern vielmehr individuelle und kollektive Verantwortlichkeit zu erzeugen. Diese sollte im Zusammenhang mit einer politisch-pädagogischen Praxis stehen, in der hegemoniale Wissensproduktion und eine Macht- und Herrschaftsverhältnisse aufrechterhaltende Pädagogik hinterfragt werden können.

Bei der nächsten Tagung zur Solidarität in der Erwachsenenbildung freuen wir uns darauf, gemeinsam mit Expert_innen das Thema in Vorträgen und Workshops aufzugreifen, Fragen aufzuwerfen, zu reflektieren und daran anschließend Handlungsoptionen für die eigene Praxis zu entwickeln.

María Do Mar Castro Varela plädiert in ihrem Eröffnungsvortrag für eine profunde Analyse von (strukturellen) Machtverhältnissen. Durch das Hinterfragen von Solidarität werden Ideen und Vorstellungen dekonstruiert und eine kontrapunktische Solidarität ermöglicht. Bei dieser Dekonstruktion geht es nicht - wie oft befürchtet - um Zerstörung, sondern vielmehr darum, Widersprüche sichtbar zu machen, zu bearbeiten und neue Wege einzuschlagen.

Für Paul Mecheril ist eine „Solidarität unter Unvertrauten“ das Bildungsziel des 21. Jahrhunderts. In seinem Eröffnungsvortrag spricht er von einer Vertrautheit über Grenzen hinweg, einer Solidarität trotz und wegen Differenz. Voraussetzung dafür ist eine Entsolidarisierung mit dem Eigenen. Dabei kann Bildung eine zentrale Rolle spielen – immer vor dem Hintergrund, dass Pädagogik keineswegs neutral und harmlos ist.

In den Workshops steht zu Beginn das Angebot der Selbstreflexion: Was empfinden wir als unangenehm, wenn wir uns das eigene Fell „gegen den Strich bürsten“? Es geht darum, die eigene Sozialisierung, Denkmuster und unsere Eingewobenheit in Machtverhältnisse zu reflektieren und dadurch die eigene Position greifbar (und veränderbar) zu machen. Im zweiten Teil der Workshops gehen wir der Frage nach, was uns „gegen den Strich“ geht: Was lehne ich ab? Wo regt sich Widerstand? Was missbillige ich, was widerstrebt mir? Wo wäre ein Mutausbruch angebracht? Und vor allem: wie komme ich ins Handeln?

 
Referent_innen
María do Mar Castro Varela, Emine Demir, Zuher Jazmati, Brigitte Kratzwald, Paul Mecheril, Monika Mokre, Elke Smodics, Daniela Rothe, Armin Staffler, Yousif Taha Yaseen

Adressat_innen Personen aus der Erwachsenenbildung, der Sozial-, Kultur-, und Gemeinwesenarbeit, der Freien Medien und alle weiteren Interessierten

Moderation Martina Grötschnig

Konzept und Leitung Anna Head und Cornelia Primschitz

Kontakt Daniela Schlick
Tel. +43 6137 66 21 – 119
E-Mail daniela.schlick@bifeb.at

Teilnahmegebühr frei wählbar (kann am Ende der Tagung selbst festgelegt werden)

Anmeldung bis 15. Mai 2018

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